Noch sind die Sicht- und Fahrverhältnisse in den Dämmerungsstunden gut, aber das wird sich in wenigen Wochen ändern. Darauf sollten sich Autofahrer schon jetzt einstellen.
Vorsicht, Wildwechsel!
Jährlich kommt es auf Österreichs Straßen zu Tausenden Wildunfällen. Die meisten passieren dort, wo keine Wildwechsel-Warnschilder zu erhöhter Vorsicht mahnen. Die Kollision mit den Tieren verursacht nicht nur schwere Schäden am Fahrzeug, sondern endet für viele Autoinsassen tödlich.
Immerhin prallt zum Beispiel ein Reh bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h mit einer Wucht von zwei Tonnen auf das Fahrzeug, es werden also enorme Energien frei. Die Gefahr kann man nur durch ein gemäßigtes Tempo verringern.
Wo man besonders aufpassen muss
Erhöhte Aufmerksamkeit empfiehlt sich vor allem in der Nähe von bewaldeten oder mit dichtem Gebüsch bewachsenen Gebieten, zudem sollte man das Tempo besonders vor Kurven drosseln. Der Lenker muss sowohl die Straße als auch angrenzende Felder im Auge behalten. Günstig ist es, so weit wie möglich vom rechten Straßenrad Abstand zu halten, dabei darf man aber den Gegenverkehr nicht behindern.
Wenn ein Wildtier im Scheinwerferkegel auftaucht heißt es bremsen, Licht abblenden und hupen. So kann ein Zusammenstoß oft im letzten Augenblick verhindert werden.
Wildtiere sind meist in Herden unterwegs. Wenn ein Tier gerade die Straße überquert hat, steigt man am besten sofort auf die Bremse, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen andere nach. Besonders gefährlich ist die Zeit der Morgen- und Abenddämmerung, wenn das Wild auf Nahrungssuche geht und abends in die Unterstände zurückkehrt. Zwei Drittel der Unfälle passieren zwischen Sonnenuntergang und Tagesanbruch.
Wenn es trotz aller Vorsicht kracht
Trotz aller Vorsicht kann es immer wieder zu einer Kollision kommen. Wie man in solchen Krisensituationen richtig reagiert, lernt man am besten bei einem Fahrsicherheitstraining. Jedenfalls sollte man in dieser Situation das Lenkrad festhalten und keine riskanten Ausweichmanöver vornehmen. Die Hemmschwelle, ein Tier möglicherweise zu töten, ist sicher groß, das Verreißen des Lenkrades hat aber häufig noch weitaus schlimmere Folgen. Nach einem Unfall muss die Unfallstelle abgesichert und die Polizei informiert werden.
Wann die Versicherung bezahlt
Voraussetzung für die Entschädigung für Wildschäden ist eine Teil- oder Vollkaskoversicherung, die Schäden am eigenen Fahrzeug deckt. Da die Kasko-Vertragsbedingungen für Wildschäden je nach Versicherungsunternehmen variieren können, ist ein Blick in die eigene Versicherungspolizze ratsam, den Ihr Versicherungsmakler gerne für Sie erledigt. Für die Abwicklung des Versicherungsschadens ist eine Bestätigung der Anzeigen bei der Polizei notwendig. Unfallspuren am Fahrzeug sollten nicht entfernt werden. Mit der Anzeigenbestätigung der Polizei muss der Kaskoversicherer binnen einer Woche ab Unfalldatum verständigt werden. Grobe Fahrlässigkeit des Lenkers – etwa durch Alkoholisierung – kann zur Leistungsfreiheit der Versicherung führen.